Kristischer Punkt: Das Gehalt

Wenn sich das Bewerbungsgespräch in Richtung Einstiegsgehalt nähert, herrscht oft peinliche Stille. Oft weiß man nicht, was man sagen soll - es soll nicht zu niedrig aber auch nicht unverschämt sein. Wie viel sind Sie wert?

Informieren Sie sich vor Ihrem Gespräch ausreichend über die üblichen Marktwerte. Diese Information sollte Sie aber nicht daran hindern, mehr zu fordern. Ein Unternehmen ist nie darauf fixiert den »Branchenschnitt« zu bezahlen, es hat vielmehr das Ziel, mit Ihnen etwas zu verdienen. Versuchen Sie also, sich als »Investition« und nicht als »Kostenfaktor« zu verkaufen. Vermitteln Sie eine klare Vorstellung über Ihr zukünftiges Gehalt und argumentieren Sie damit, welchen »Mehrwert« Sie für Ihren zukünftigen Arbeitgeber schaffen können. Können Sie Ihren Gesprächspartner davon überzeugen, dass Sie Ihr gewünschtes Gehalt wert sind, so werden Sie es auch erhalten.

Ist Ihnen dies nicht möglich, so fragen Sie konkret, was Sie tun müssen, wie Sie sich entwickeln müssen, was Sie noch lernen müssen, um diesen Wert für das Unternehmen (und damit Ihre Gehaltsvorstellungen) zu erreichen. Vereinbaren Sie dann einen Plan, um sowohl Ihre Vorstellungen, als auch die Ihres Gesprächspartners zu verwirklichen.

Beschränken Sie sich bei Ihren Verhandlungen nicht nur auf den Faktor »Gehalt«; es gibt viele zusätzliche Leistungen, die für Sie interessant sein können:

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick: welche Höhe hat die Grundvergütung, welche variablen Anteile bestehen, gibt es einen Bonus/eine Prämie?
  • Bietet das Unternehmen Weihnachts- und Urlaubsgeld an?
  • Betriebliche Altersversorgung: Zum Berufseinstieg oder am Anfang eines Erwerbslebens ist das Thema Altersversorgung noch weit entfernt. Viele Firmen zahlen aber für Ihre Mitarbeiter in Pensions-Fonds ein. Auch dies ist ein interessanter »Benefit«.
  • Fort- und Weiterbildung: Wenn Sie sich für eine bestimmte persönliche Fortbildung interessieren, kann der Arbeitgeber einen Zuschuss zahlen oder Ihnen Sonderurlaubstage hierfür einräumen.
  • Kantine: Durch eine vom Unternehmen subventionierte Kantine können Sie viel Geld sparen oder Sie erhalten einen täglichen steuerfreien Essenszuschuss.
  • Steuerfreie Bezuschussung von Fitness, Sport oder sonstigen privaten Aktivitäten.
  • Signing Bonus: In den USA ist es bereits an der Tagesordnung, guten Berufseinsteigern eine einmalige Prämie auszubezahlen, wenn Sie den Arbeitsvertrag unterschreiben. In Deutschland ist dies noch nicht in Mode; dies sollte Sie jedoch nicht daran hindern, diesen Punkt aufzugreifen, denn gerade beispielsweise im IT-Bereich ist der Arbeitsmarkt sehr angespannt.
  • Firmenwagen: Für gewisse Tätigkeiten (z.B. Vertrieb / Service) und ab einem gewissen Karrierestatus können Sie nach einem auch für den privaten Gebrauch zur Verfügung stehenden Firmenwagen fragen.
  • Aktienoptionen: Beteiligung am Unternehmen.

Seien Sie ruhig hartnäckig. Sie sollten aber bedenken, dass Ihr Gehalt davon abhängt, was Sie dem Unternehmen bringen, und nicht davon, was Sie selbst brauchen.