Corona als Zeitmaschine: Ihr Business und das „New Normal“

Corona als Zeitmaschine: Ihr Business und das „New Normal“

„Das haben wir schon immer so gemacht!“

Diese Blockadehaltung gegenüber Veränderung kennen Sie zur Genüge. Dem gefürchteten Satz ist jetzt jedoch plötzlich die Grundlage entzogen. In Ihrem Unternehmen wird ihn niemand mehr ernsthaft aussprechen können, ohne sich nicht selbst sofort damit ins Aus zu stellen. Wir nehmen in diesem erstaunlichen Mindshift einer gesamten Belegschaft einen von Corona geschenkten Evolutionssprung wahr.
Um es gleich vorneweg zu sagen: Wir glauben, dass sich im Moment drastische Veränderungen in der Gesellschaft und in den Unternehmen vollziehen, die dauerhaft sein werden. Darauf hat sich jede Unternehmensführung einzustellen. (Lesezeit: 5 min.)


Feedback aus Gesprächen mit Entscheidern

Wir haben in der letzten Zeit viele Gespräche geführt und viele Sichtweisen gesammelt. Für etliche Unternehmen stellt die aktuelle Situation eine existentielle Bedrohung dar. Aber die Mehrheit entwickelt Elan und Aufbruchsspirit. Rückmeldungen sind z.B.:

  • Betriebsräte seien offen wie nie
  • im ausländischen Headquarter blicke man mit Erstaunen auf die deutsche Tochter und deren dynamische und nachhaltige Veränderungen
  • das Unternehmen habe in wenigen Wochen einen so großen Sprung nach vorne vollzogen, dass die mittelfristigen Strategieziele nun revidiert würden

Corona ist nicht nur ein „Booster“ für Digitalisierung und Home-Office. Es ist auch ein Booster für vieles andere, womöglich sogar für gravierendere Themen, die Einstellungen, Wirklichkeitskonstruktionen und tiefsitzende Glaubenssätze betreffen.
Corona zwingt uns alle zur Entschleunigung. Damit geht – den Gesprächen folgend – auch eine tie-fergehende Reflexion einher. Das „Warum“ und das „Miteinander“ werden wichtiger. Was benötigen wir mehr: die Verfügbarkeit von vielem, vom Materiellen bis zur Fernreise, oder die physische Nähe zu Menschen, diese in den Arm nehmen, berühren zu können?


Corona als Zeitmaschine

Unsere Gespräche mit Geschäftsführung und Personalleitung ergaben, dass mittlerweile bei den ersten Unternehmen das Gefühl aufkommt, die gerade erst vergangene „VOR Corona-Kultur“ wirke wie „historisch“, wie aus einer anderen Zeit, „wie aus dem vergangenen Jahrhundert“.
Auf unsere kesse Frage an das Management „Sind Sie bereit Alles aufzugeben, was jetzt ist, um zu 100% in die Zeit vor Corona zurückzukehren?“ erhalten wir - öfters als erwartet - nach kurzem Zögern ein klares „NEIN, AUF KEINEN FALL“. Die Krise offenbart als Katalysator in sich eben die Chance, die Themen anzugehen, die wirklich nötig sind.


Ihre Unternehmenskultur „VOR Corona“ und „JETZT“

Es lohnt sich mit Hilfe eines strukturierten, methodischen Vorgehens die Kultur VOR Corona und die Kultur JETZT zu analysieren und dann beides miteinander zu vergleichen.

  • Welche Werte, Eigenschaften und Verhaltensweisen sind verloren worden?
  • Welchen davon trauern wir nach, welchen jedoch keinesfalls?
  • Was ist neu dazugekommen?
  • Wollen wir das Neue wieder loswerden? Oder wollen wir Neues auch halten und dauerhaft in der Unternehmenskultur verankern?

 

Das Momentum

Der Blick auf den Unterschied zwischen der Kultur VOR Corona und der sich JETZT eingestellten Kultur birgt Überraschungen. Das ging uns selbst so, als wir mit unserem Tool Valuesimpact beide Kulturen analysierten und verglichen. Die Kultur JETZT offenbarte weniger Ängste als befürchtet und ein wesentlich größeres Momentum des Aufbruchs und der Möglichkeiten als erwartet.

In den Analysen der Unternehmenskultur von Unternehmen „VOR“ und „JETZT“ wiederholte sich dies häufig. Das MOMENTUM war gelegentlich nur ein kleines Pflänzchen, das sich zeigte und sich noch behaupten musste. In der Mehrzahl der Fälle jedoch offenbart es erhebliche und zum Teil sogar machtvolle Kraft. Das reicht bis zu Aussagen wie: „Corona hat uns befördert, beflügelt.“


Das Momentum und Ihr Business Case

In welchem Verhältnis steht die Kultur JETZT zu einer „gewünschten Unternehmenskultur“ des Unternehmens? Ist die Kultur JETZT auf dem Weg dorthin eine kleinere oder größere Etappe, ein Umweg oder eine Abkürzung? Oder läuft das Momentum auf eine partiell andere - eventuell sogar divergierende - Unternehmenskultur hinaus, als sie bislang angestrebt und definiert war?
Und wie verhält sich Ihr Business Case zu dem neuen Momentum? Kann dieses genutzt werden zur rascheren Umsetzung?

Oder ist es nicht sogar gefährlich den „alten“ Business Case unreflektiert fortzuschreiben und das Momentum dann womöglich für die „falschen“ Ziele zu nutzen und es unternehmerisch damit verpuffen zu lassen? Benötigen wir eine bestimmte Wunschkultur für einen bestimmten zukünftigen Business Case? Kennen wir dessen Parameter, können wir den Case präzise beschreiben? Oder ist es nicht eher das Ziel, eine Unternehmenskultur zu etablieren, die hohe Adaptionsfähigkeit und Variabilität für das, was unternehmerisch nötig sein wird, auszeichnet?

 

Die NEUE Führung

Das neue Leadership wird kreativ und menschlich sein. Es wird den Mitarbeitern die Sinnhaftigkeit ihres Tuns vermitteln. In technischen Unternehmen werden dann in der Führungskraft Ingenieurskunst UND Menschenverständnis vereint sein. Die alte Führung setzte auf die Schubkraft, die eine Führungs“kraft“ aufbrachte.

Die neue Führung ist bescheiden. Sie ist nicht allwissend oder Vordenker. Sie setzt statt auf Schubkraft vielmehr auf die Zugkraft eines Sinns. Sie lebt den Glauben an den Zweck für das große Ganze vor. Das Leitbild des CEOs wird sich vom traditionellen Überlegenheitsanspruch entfernen müssen und wird vom dominanten zum dienenden CEO mutieren. Management wird keine Leistungsgemeinschaft mehr sein, sondern wandelt sich hin zu einer Lerngemeinschaft. Die persönliche Perspektive geht auf in einer kooperativen Denk- und Verhaltensweise.


Unser Fazit

Das, was aktuell geschieht, erscheint uns eine erstaunliche Zäsur und die Möglichkeit eines wichtigen evolutionären Schrittes zu sein. Gehen Sie es an - lassen Sie es uns alle gemeinsam angehen!


P.S.: Kulturanalyse in der Krise

2018 gewann Dr. Terhalle & Nagel den Innovations-AWARD für unser digital-analoges Recruitingtool Valuesimpact. Aktuell nutzen wir das Tool zur Analyse und Beschreibung der Unternehmenskultur VOR Corona und der Kultur JETZT im jeweiligen Unternehmen. Die Ergebnisse sind präzise, teils erstaunlich „… spannend und erschreckend, wie stark und eindeutig man es visuell darstellen kann“.
In einem nächsten Schritt werden die konkreten strategischen stellenbezogenen und organisationalen Maßnahmen identifiziert, um die gewünschte Kultur des Unternehmens zu erreichen.

Sprechen Sie uns gerne darauf an.

Dr. Johannes Terhalle

 

 

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